Das gab es in bislang 38 Jahren Vereinsgeschichte noch nie!

[MH, 30.05.2026] Das gab es in bislang 38 Jahren Vereinsgeschichte noch nie. Bei den Kreiseinzel-Meisterschaften am 30. Mai in Horstmar trat erstmals eine LSF-Mixed-Staffel über 4 x 100 m an. Es gab in all den Jahren auch keine Männer- oder Frauen-Staffel über diese Distanz vom LSF. Es hätte nicht viel gefehlt und das Staffeldebüt hätte nicht stattfinden können. Am späten Vormittag verletzte sich Alexandra Schoppe-Schmidt bei einem leichten Fahrradsturz. Ein dickes Knie ließ einen Start nicht zu. Obwohl sie den Kurzsprint als ihren Endgegner ansieht, sprang Laura Brockhoff kurzentschlossen ein. Das ist wahrer Teamgeist.
Für ein zweites Novum sorgte Kathleen Hollenberg, die sich über 400-m-Hürden antrat. Vor allem ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass eine Mixed-Staffel zu Stande kam.
400-m-Hürden
Kathleen kommt eigentlich vom Siebenkampf und mag die Sprintdistanzen. 800 m empfindet sie fast schon als Marathon. Hürdensprint ist ihr als Mehrkämpferin nicht fremd und sie dachte sich, warum das nicht einmal über 400 m ausprobieren. Das tat sie dann auch und beendete nach 77,00 Sekunden die Stadionrunde mit den zehn, 76,2 cm hohen Hürden. Übrigens, die erste Hürde kommt nach 45 Metern und die restlichen folgen im Abstand von 35 Metern.
Zu ihrem Rennen sagte Kathleen: „Bin noch nicht gelaufen, nur über die Hürden gekommen.“ Dazu muss man wissen, dass sie kein Hürdentraining oder gar spezifisches Training für den Langsprint absolviert hat. Wer weiß, wie das in der nächsten Zukunft aussieht, jetzt wo der Ehrgeiz geweckt ist.
Die Mixed-Staffel
Die Mixed-Staffel ging in der Besetzung und zugleich in der Reihenfolge Lukas Heinig, Kathleen Hollenberg, Frederik Taube und Laura Brockhoff an den Start. Ein Staffeltraining gab es nicht, weil in den letzten Wochen nie alle vier beim Training zusammenkommen konnten. Manchmal kommt das ganz normale Leben dazwischen. So gab es noch schnell eine kurze Einweisung vor dem Start mit ein paar praktischen Übungen – fertig. Alle Leichtathletikfans wissen, dass die Wechsel bei den 4 x 100 m Staffeln schon vielfach für Überraschungen und Enttäuschungen gesorgt haben, weil etwas schief ging. Davon sind auch die Weltbesten nicht ausgenommen. Bei unserer Staffel klappte der erste Wechsel wirklich gut. Lukas übergab in flüssigem Tempo an Kathleen, die 30 Minuten zuvor die 400-m-Hürden absolviert hatte. Sie sprintete engagiert und gab Frederik während des Laufes das akustische Signal, wann er loslaufen solle. Frederik verstand das Signal aber ganz anders. Er meinte, er müsse noch mehr beschleunigen. Kathleen hatte mit den müden Beinen keine Chance, ihn zu erreichen. Was blieb, um überhaupt noch einen Wechsel hinzubekommen? Frederik musste nicht nur stehenbleiben, sondern sogar etwas zurücklaufen, weil er die Wechselmarke bereits überlaufen hatte. Das kostete natürlich viel Zeit. Die Staffelübergabe an Laura funktionierte dann wieder gut. Im Ziel zeigte die Uhr 60,86 Sekunden. Frust über das kleine Malheur gab es keinen. Es überwog der Spaß, den die vier gehabt hatten.
Übrigens ist es bei Staffelwettbewerben wichtig, die einheitliche und offizielle Vereinskleidung zu tragen. Bei der Siegerstaffel gab es kurz Überlegungen, diese zu disqualifizieren, weil sie in uneinheitlicher Kleidung angetreten war. Die Kampfrichter beließen es bei einer Ermahnung.
800 und 1.500-m-Läufe
Katharina Hauertmann, die nach einer langen Auszeit erst seit wenigen Wochen wieder im Lauftraining ist, mutete sich gleich die Distanzen von 800 und 1.500 m zu. Sie selbst war wohl am meisten überrascht, wie gut es bereits lief. Die 800 m lief sie in der Zeit von 2:43,43 und die 1.500 m in 5:36,34. Damit gewann sie überlegen die AK W50.
Matti Teismann war der große Pechvogel im Rennen der AK M14 über 800 m. Er absolvierte einen tollen Lauf, der nach ungefähr 2:22 endete und damit rund zwei Sekunden unter der bisherigen Bestleistung gelegen hätte. Hätte, wäre nicht während des Rennens die Zeitnahme ausgefallen. So gab es für Matti nur die Gewissheit, dass er aktuell das Niveau für etwa 2:22 besitzt, aber das wird ihm heute nur ein schwacher Trost gewesen sein.
Anne Holtkötter (W65) und Dagmar Deuber (W50) waren mit Katharina in einem Rennen über 1.500 m. Anne und Dagmar machten lange Zeit gemeinsame Sache. Auf den letzten 150 Metern hatte Anne die besseren Reserven, zumal Dagmar nach einem Infekt noch nicht das übliche Niveau hat, und kam nach 6:30,13 als Siegerin ihrer AK ins Ziel. Dagmar folgte ihr nach 6:35,67. Dies war der zweite Rang in der W50.
Im Rennen der Männer über diese Distanz waren mit Frederik Taube, Dominik Schmaltz und Antonio Hernrique gleich drei LSFer dabei. Frederik lief ein kluges Rennen und überließ anderen die Initiative für die Tempoarbeit. Er konnte dem flotten Tempo gut folgen. Am Ende kam er nach 4:19,78 als Zweiter ins Ziel und verbesserte sich in diesem Jahr gegenüber seinem letzten Start um fast 9 Sekunden. Dominik Schmaltz hatte sich etwas mehr vorgenommen, aber es läuft nicht immer optimal. Er benötigte 5:37,24, was immerhin der 1. Platz in der M50 war. Antonio gewann in 5:50,11. die AK M65.
Kathleen kümmerte sich an diesem Tag auch um die Fotos, die sie teils selbst anfertigte. Die anderen Fotos stammen von Anna Gerke. Wer die schönen Aufnahmen sehen möchte, hier ist der Link zu der Galerie.
Vielen Dank Kathleen für dein Engagement.






